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PresseNotizen

Die KulturWerkstatt, ihre Kursleiterinnen und Kursleiter sowie die verschiedensten Angebote werden natürlich auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Eine wichtige Schnittstelle ist hier die lokale Presse. Zum Teil in sehr umfangreichen Reportagen werden die Arbeiten mit alten und neuen Handwerkstechniken sowie Kunstfertigkeiten vorgestellt. Durch die die sehr große Altersbandbreite der Kursteilnehmer und Veranstaltungsbesucher entsteht so eine interessante Abbildung der Hiddenhausener KulturWerkstatt.


Westfalenblatt Herford 28.03.2012

Ian und Frank Hempelmann schnitzen einen Holznagel, wie er für den Bau von Fachwerkhäusern verwendet wird. Foto: Thomas Meyer

Kulturwerkstatt feiert Geburtstag

Kinder werden kreativ tätig

Ian und Frank Hempelmann schnitzen einen Holznagel, wie er für den Bau von Fachwerkhäusern verwendet wird. Foto: Thomas Meyer

Hiddenhausen (tm). Anpacken, bestaunen, ins Gespräch kommen: So sieht ein Jubiläum ganz im Sinne der Kulturwerkstatt aus, und so wurde es am Sonntag auch gefeiert. Das Team um Susanne König hatte spannende Stationen zum Anschauen und Ausprobieren bereitgestellt.
In den schillerndsten Farben erstrahlt ein Plakat, das, von weithin sichtbar, vor der Kulturwerkstatt aufgehängt werden soll. Freja und Marlene malen jeweils einen Buchstaben des »Kulturwerkstatt«-Schriftzuges an. Nebenan werden aus bunter Wolle Figuren gebastelt und aus Ton Fantasie-Tiere modelliert. Die besten Werke aus den Ausdrucksmalereikursen sind ebenso zu bestaunen wie die Schmiedekunst von Aquiles Rösner. Draußen zeigt Hanno Schmitz-Emde Holzbildhauerei. Ebenso wie Lehmbauer Hans Herbert Heinrichs lädt er zum Mitmachen ein.
»So wie die Kulturwerkstatt selbst steht auch unser Fest zum Zehnjährigen dafür, aktiv zu werden«, sagt Leiterin Susanne König. »Kennenlernen, Begegnen, Zusammensein und Angebote für Groß und Klein - darauf kommt es bei uns an.«

Artikel vom 28.03.2012


16.01.2010 NW Herforder Kreisanzeiger

Gäste:
Gäste: Viele waren gekommen,umin der Kulturwerkstatt Hiddenhausen deren zehnjähriges Bestehen zu feiern. FOTOS:THOMAS DOHNA

Von Erfahrung zu Erfahrung

Die Kulturwerkstatt feierte zehnjähriges Bestehen

VON THOMAS DOHNA

Hiddenhausen. Die Kulturwerkstatt an der Maschstraße arbeitet leise, schon seit zehn Jahren. Seit 2002 werden in der ehemaligen Scheune auf dem Gelände des Gutes Hiddenhausen Kurse für Kinder und Erwachsene abgehalten, in denen sie handwerkliche Erfahrungen machen sollen. Am Freitagabend empfingen die Aktiven der Kulturwerkstatt Freunde und Mitstreiter aus zehn Jahren.

Architekt Klaus Beck war erstaunt. Das Gebäude und sein Innenleben wirkten sehr gut erhalten. Beck hatte damals die Sanierung der sehr angegriffenen Scheune geplant und begleitet. Wenn man bedenke, wie viele Veranstaltungen seitdem im Inneren gelaufen seien, sei es bemerkenswert, dass Boden und Wände „in ganz tadellosem Zustand seien“, so Beck.

Ihre Träume wollten die Initiatoren Ende der 1990er Jahre verwirklichen. Nach dem Vorbild der Scheune, in der das Holzhandwerksmuseum untergebracht ist, sollte auch das dritte Fachwerkgebäude ausgebaut werden. Wieder war Hans Hubert Heinrichs im Boot, wieder war es eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Arbeitsamts.

Viele Frauen und ein Mann, Hanno Schmitz-Emde, waren die Initiatoren, einige von ihnen sind immer noch dabei. Ingrid Kerber zum Beispiel, sie kümmert sich um den Garten. Susanne König, die die wichtigste künstlerischeMitarbeiterin der Kulturwerkstatt ist und Christine Bethge, die sich um die Organisation sorgt. Die beiden Frauen dankten ihren Männern, Hans Hubert Heinrichs und Achilles Rösner, für die vielen kleinen und größeren Unterstützungen, und sei es, dass sie den Anhänger anspannen und die Reste von Veranstaltungen abfuhren.








Sie danken den Eigentümern Anna und Caspar Florens von Consbruch für die Scheune, sie dankten ihren Kursleitern und Vorstandsmitgliedern und sie dankten der Gemeinde.Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer erinnerte an die Anfänge der Kulturwerkstatt, an eine Sitzung Ende der 1990er Jahre, in der die Gemeinde eine Million Mark zusammen hatte und noch 60.000 Mark fehlten. Da hab Architekt Klaus Beck gesagt, man solle doch darauf schauen, was man schon habe, und nicht so sehr auf das, was noch fehle. „Wir sind stolz, dass es die Kulturwerkstatt gibt“, sagte Rolfsmeyer. „Eure Zufriedenheit ist gestiegen, das sieht man euch an“, sagte er zu Christine Bethge, Susanne König und den anderen aus der Kulturwerkstatt.

Eine handwerkspädagogische Einrichtung sei die Kulturwerkstatt, sagte König. Sicher werde hier auch bisweilen gebastelt. Gewöhnlich gehen es aber um etwas anderes. Um die Vermittlung von Vorstellungen des Handwerkes, um den Weg von einer Erfahrung zur anderen. Das geschehe über das Begreifen, das Anfassen und das Formen von Materialien mit den Händen. Sie erinnerte an Veranstaltungen zum Töpfern, Filzen, Schmieden, an Paplit, Strippengeschichten und andere thematische Veranstaltungen. Selbst wenn Kinder ihren Geburtstag in der Kulturwerkstatt feiern gehe es um nichts anderes. „Sie vermissen die sonst übliche Feier gar nicht“, sagte König. Für die Erwachsenen gebe es ebensolche Kurse, aber auch ein kleines Kulturprogramm mit Konzerten und Lesungen, Tanztheater und Ausstellungen oder Balfolkabende, so König. Dann lud sie zum Buffet.

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09 - Herford, Montag 16. Januar 2012


18.06.2011 NW Hiddenhausen

Zutaten zum Blaudruck:
Zutaten zum Blaudruck: Die Organisatorinnen der Kulturwerkstatt, Annette Mechtenberg, Susanne Königund Christine Bethge (v. l.),haben die Historie des Flachses recherchiert und bieten nun einen Überblick über die einst regional so wichtige Kulturpflanze. FOTOS: KIEL-STEINKAMP

Gold, das sich vom Acker machte
Die Kulturwerkstatt Hiddenhausen zeigt eine wissenswerte Flachs-Ausstellung

VON THOMAS HAGEN

Hiddenhausen. Der Tag beginnt für Angelika Neumann stets mit einem gesunden Frühstück. Frisches Obst, überzogen von leckerem Quark, in den Leinöl eingerührt ist. Es wird gewonnen aus dem reifen Samen des Flachses und ist durch seine mehrfach ungesättigten Fettsäuren ebenso wertvoll für den menschlichen Organismus wie die viel gepriesene Omega3-Fettsäure der Fische. Leinöl soll übrigens auch glücklich machen.

Wie wertvoll die Flachspflanze gerade für die heimische Region war, das zeigt die Ausstellung „Stroh zu Gold“, die in der Kulturwerkstatt noch bis zum Beginn der Sommerferien zu sehen ist. „Flachs ist die wohl älteste Kulturpflanze der Menschheit. Wie groß ihre Bedeutung eigentlich war, ist uns bei den Recherchen zu dieser Ausstellung erst bewusst geworden“, sagt Susanne König. Sie ist eine von mehreren Frauen, die eigentlich nur eine Verwendung für die Grundgeräte zur Flachs-Bearbeitung suchten.

Nun gibt es nicht nur diese Materialien und Produkte wie Blaudrucke zu sehen, sondern auch zahlreiche Informationstafeln zu den Themen Flachsverarbeitung, Leinenstoffe, Spitze aus Leinen und Leinöl. Es ist eine Spurensuche zwischen der Flachsbauernstadt Herford (mit der Weberei Weddigen) und der Leineweberstadt Bielefeld (Strunkmann und Meister oder Nordmeier und Kortmann). „Bis zum Beginn der Industrialisierung war das Ravensberger Land um diese Jahreszeit von einem blauen Blütenzauber überzogen, war der Jahreslauf bestimmt vom Flachsanbau“, sagt Susanne König.

Flachs war nicht nur segensreich. „Der damals so kostbare Stoff war hart erarbeitet mit einer langen Prozedur“, sagt König. Die Flachs-Verarbeitung war stets mit Feuchtigkeit verbunden, brachte den Webern Tuberkulose und der Färbeprozess verseuchte die Gewässer. Als Maschinen die beschwerliche Arbeit von Heuerlingen und Köttern übernahmen, brach die Anbau-Kultur zusammen, viele Menschen verließen ihre Heimat Richtung Amerika. Die Zigarrenfabrikation trat im Kreis Herford die Flachs-Nachfolge an, später folgte die Möbelfertigung.

„Reich geworden sind nur die Händler und die Globalisierung hat mit dem Flachs begonnen“, sagt Christine Bethge von der Kulturwerkstatt. Damit es nicht bei der Theorie bleibt, kann man Werkzeuge wie Breche, Hechel oder Schwinge ausprobieren und so die Arbeitsschritte nachvollziehen.

Das eignet sich gut auch für Schulklassen oder andere Besuchergruppen. Wer sich dem interessanten Thema nähern möchte, sollte sich mindestens eine Stunde Zeit nehmen.

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08 - Herford, Samstag 18. Juni 2011


Selbstversuch an der Hechel

Selbstversuch an der Hechel
Selbstversuch an der Hechel Hanno Schmitz Emde und Karin Gil Gonzales sehen sich die Flachs-Ausstellung in der Kulturwerkstatt Hiddenhausen an. Gestern wurde sie eröffnet und ist noch bis zum 16. Juli in den Räumen an der Maschstraße 26 zu sehen. Foto: Thomas Meyer

Westfalenblatt 17. Juni 2011

Selbstversuch an der Hechel

Kulturwerkstatt eröffnet Flachs-Ausstellung - Schulen können sich anmelden

Hiddenhausen (tm). Der Weg vom Flachs zum Leinen ist seit gestern in der Hiddenhauser Kulturwerkstatt erlebbar. Schulklassen, aber auch andere Gruppen, können mit teils original historischen Werkzeugen aus der möglicherweise ältesten Kulturpflanze der Menschheit Fasern, Leinen und Stoffe herstellen. Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Vortrag von Friedhelm Siekaup.
»Gerade hier, zwischen der Flachsbauernstadt Herford und der Leineweberstadt Bielefeld, hat Flachs eine besondere Bedeutung«, erklärt Susanne König von der Kulturwerkstatt den interessierten Gästen. Beleuchtet werden in der Ausstellung »Von Stroh zu Gold« die historischen Spuren vor Ort, aber auch die Geschichte des Flachses in Bildern und Texten.
Auch die Herstellung von Drucken und die Gewinnung von Leinöl, das aufgrund seiner Heilwirkung immer stärker gefragt wird, werden thematisiert. »Kostproben gibt es von Leinöl selbst, von Quark und von Aufstrich«, sagt Susanne König.






Höhepunkt eines Besuches in der Kulturwerkstatt ist jedoch das Ausprobieren an Breche, Schwinge und Hechel. »Jeder Arbeitsschritt kann praktisch nachvollzogen werden«, erklärt Susanne König.
Weitere Veranstaltungen sind: Schreibwerkstatt am 19. Juni von 14 bis 18 Uhr; historische und moderne Stickerei auf Leinen am 23. Juni von 11 bis 13 Uhr, Drucken mit Modeln auf Leinen am 30. Juni und am 7. Juli von 19 bis 21 Uhr; Aktionstag mit Vorführungen und Mitmachaktionen am 10. Juli von 11 bis 18 Uhr.
Für Kinder finden folgende Werkangebote statt: Sticken am 2. Juli um 10 Uhr; Drucken mit Modeln am 9. Juli um 10 Uhr; Flachsmärchen hören und malen am 16. Juli um 10 Uhr. Außerdem können Schulklassen und andere Gruppen die Flachsaufbereitung und Leinengewinnung durch praktisches Tun und vielfältiges Anschauungsmaterial kennen lernen. Termine für Schullklassen werden noch vergeben.

Artikel vom 17.06.2011


Westfalenblatt 11. Mai 2009

Seile
Seile Ein Seiler braucht viel Kraft: Hier üben sich (von links) Paul, Louis und Hannes mit Hilfe von Georg Nicklaus in diesem Handwerk.

Fadenspiel und Klöppelkunst
Strippenprojekt der Kulturwerkstatt
Von Ruth Matthes (Text und Foto)
Hiddenhausen (HK). Viel Fingerspitzengefühl benötigten die Besucher der Kulturwerkstatt am Sonntag beim »Strippenziehen« in allen möglichen Varianten. Vom Weben dicker Turnseile bis zum Klöppeln zartester Spitze reichten die Handwerkskünste, die hier bestaunt werden konnten.

Die Mitglieder der Kulturwerkstatt hatten Grundschulkinder und deren Eltern zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, der unter dem Motto »Strippengeschichten« stand. Er war der Auftakt einer sechswöchigen Projektreihe rund um alle Arten von Fäden und Seilen.
Mit dabei waren an diesem Nachmittag Elisabeth und Georg Nicklaus von der Seilerei Nowotny, die den Kindern zeigten, wie man aus bunten Fäden stramme Springseilchen machen kann, und das Segler-Ehepaar Klaus und Ute Rabe, das sein Wissen rund um das Thema Seemannsknoten an interessierte Landeier weitergab. Klöpplerin Bärbel Grande erstaunte die zahlreichen Besucher mit ihrer Klöppelkunst. Ihre Arbeiten hatten mit den verstaubten Oma-Deckchen, die man gemeinhin mit dem Klöppeln verbindet, so

gar nichts gemein. Abstrakte Muster, mit denen sie Umhängetaschen verschönert, oder auch dekorative Schmetterlinge und bunt schillernde Broschen zeigte die Klöppellehrerin.
Susanne König von der Kulturwerkstatt hatte einen der weniger bekannten Bänderwebstühle mitgebracht. In einer Technik, die schon seit Jahrtausenden in Teilen Afrikas, Asiens und Amerikas bekannt ist, webte sie darauf Bänder mit feinsten Mustern.
Die Kinder konnten gleich nebenan ihr Geschick an einem weniger komplizierten Gerät erproben: der Strickliesel. Carla und Till Schürstedt hatten die Technik schnell heraus und hoben fleißig die Maschen über die Häkchen. Auch das Basteln von Fadenbildern und das Flechten von Freundschaftsbändern kamen bei den Jungen und Mädchen gut an.
Dass auch die deutsche Sprache stark von den früher einmal sehr bedeutenden Handwerken des Seilers und Webers beeinflusst ist, zeigte sich an einer kleinen Collage der Redensarten: »Wenn alle Stricke reißen«, »sich aus der Schlinge ziehen«, »ich habe den Faden verloren«, fadenscheinig und versponnen oder verstrickt sein, sind auch heute noch gebräuchliche Redewendungen.

Welch zentrale Rollen Fäden und Seile auch im Märchen spielen, erfuhren die Kinder im Erzählzelt von Stephan Hollmann und Elke Dießner.
Die Reihe der »Strippengeschichten« geht mit verschiedenen Kursen und Aktionstagen weiter. Bärbel Grande bietet am 5. und 6. Juni einen Schnupperkursus Klöppeln an, Susanne König am 24. Mai und 7. Juni einen Spinnkursus sowie am 12. und 19. Mai Brettchenweben für Anfänger. Themen der Kinderwerkstatt, die jeweils samstags von 10 bis 12.30 Uhr stattfindet, sind am 16. Mai Fadenbilder, am 23. Mai gefilzte Bänder und Strippen, am 6. Juni Freundschaftsbänder, am 13. Juni Seilartistik, am 20. Juni Traumfänger und am 27. Juni Diabolo und Co. Während der Aktionstage an Himmelfahrt, 21. Mai, Sonntag, 24. Mai, Fronleichnam, 11. Juni (mit dem Kinder- und Jugendzirkus »Karibu«), und Sonntag, 14. Juni, jeweils von 14 bis 18 Uhr, können Interessierte in Ruhe erproben, was sie an diesem Sonntag nur bestaunen konnten. Weitere Infos gibt es unter Tel. 05223 /985 98 80 und im Internet unter www.kuwehi.de.

Artikel vom 11.05.2009


Am Webstuhl
Am Webstuhl Susanne König demonstrierte beim Auftakt der Projektreihe zum Thema "Strippengeschichten" die Arbeit am Bänderwebstuhl. Textilgestaltungslehrerin Renate Köster sah ihr dabei über die Schulter.

Neue Westfälische 11. Mai 2009

Bootszubehör
Bootszubehör Achilles Rösner knüpft einen Fender, Klaus Rabe (hinten) hat ihm gezeigt, wie’s geht.

Strippengeschichten
Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe, in der es um Fäden, Seile und Bänder geht

VON CORINA LASS

Herford. Wer den Faden verliert, kann leicht als Spinner gelten. Sein Vortrag hängt womöglich am seidenen Faden. Die Sprache ist voll mit Bildern rund um die alten Handwerksberufe mit Bändern, Fäden und Seilen. Strippengeschichten beschäftigen darum am Donnerstag, 28. Mai auch Schreibenden in der Kulturwerkstatt. Am Muttertag liefen schon mal ganz praktisch alle Fäden in dem Gebäude zusammen.

Flechten und Knoten – das kann Angelika Kirberg. Und sie zeigt Joline Wiedemann wie es geht. Die Achtjährige versucht sich an einem Freundschaftsband mit fünf bunten Fäden. „Das erfordert viel Fingerfertigkeit und Feinmotorik“, sagt Kirberg. „Mit so kleinen Fingern ist das schwierig“, sagt ihre Schülerin. „Aber Spaß macht’s trotzdem.“

Ein Stückchen weiter erklärt Klaus Rabe Achilles Rösner, wie er aus Seilen einen Fender knüpft. Das Polster, das Bootsränder an der Anlegestelle vor Macken schützt, kann der Herforder gut gebrauchen. Im vorigen Jahr hat er sein Boot zu Wasser gelassen, einen Doppelender, bei dem Bug und Heck spitz zulaufen und das er selbst gebaut hat. „Da kann ich so etwas



in Mengen brauchen“, sagt der Mann, der vom Designer und Verleger über den Pflasterer und Zimmermann schon so machen Beruf ausgeübt hat.

Und warum weiß Rabe, der Englisch in der Erwachsenenbildung unterrichtet, um die vielen Knoten, die bei der Seefahrt benötigt werden? „Ich bin mal eine Zeit lang zur See gefahren“, erklärt er und ergänzt nach einer Pause: „Ich habe 24 Jahre auf einem Boot gewohnt.“

Bärbel Grande arbeitet mit vielen dünnen Seidenfäden: Schmetterlinge, Notenschlüssel, Halstücher und Verzierungen für Taschen klöppelt sie. In Volkshochschulkursen in Bünde und Löhne hat sie schon vielen ihr Handwerk beigebracht. Auch einem Ehepaar und über viele Jahre hinweg einem Jungen. „Aber dann ist er leider weggezogen.“

Wollknäuel aufwickeln, Seile drehen, mit der Strickliesel lange Wollwürmer herstellen, einen Maschendrahtzaun mit Bildern aus bunten Bändern versehen, Geschichten rund um alles, was mit Fäden und Seilen zu tun hat, hören – vieles konnten die Besucher zum Auftakt der „Strippengeschichten“ selbst ausprobieren. Wegen des schönen Wetters oder weil Muttertag war, kamen leider nicht ganz so viele wie die Veranstaltung verdient hätte. Leider sagt Kunsttherapeutin Susanne König. „Dabei haben wir viel Werbung gemacht.“

© 2009 Neue Westfälische
Herforder Kreisanzeiger, Montag 11. Mai 2009


Der Verein und seine Aktionswochen

Die Kulturwerkstatt ist eine handwerkspädagogische Einrichtung, die Kindern elementare Werkververfahren mit Naturmaterialien nahe bringen möchte. Träger ist der Verein Kulturwerkstatt, der vor zehn Jahren gegründet wurde und rund 40 Mitglieder hat.

Seine Arbeit hat der Verein mit der Renovierung des Hauses an der Maschstraße begonnen. Er veranstaltet zahlreiche Kurse und Workshops, oftmals aber auch Aktionswochen wie jetzt die „Strippengeschichten“, die gestern begonnen haben und bis Donnerstag, 25. Juni, andauern. Weitere Aktionstage, an denen das Gebäude geöffnet ist und jeder jederzeit hineinschauen und die einzelnen Handwerksangebote selbst ausprobieren kann, sind

´ Himmelfahrt, 21. Mai, 14 bis 18 Uhr

´ Sonntag, 24. Mai, 14 bis 18 Uhr

´ Fronleichnam, 11. Juni, 14 bis 18 Uhr mit den Artisten des Kinder- und Jugendzirkus Karibu

´ Sonntag, 14. Juni, 14 bis 18 Uhr

´ und jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr.

© 2009 Neue Westfälische
Herforder Kreisanzeiger, Montag 11. Mai 2009


Neue Westfälische (Herford) 24.2.2009

Die Inspiration des Zimmermanns

Hiddenhausen (fm). Der Kehlkopfsänger Kolja Simon hat eine besondere Beziehung zum Auftrittsort – der Kulturwerkstatt. Er ist Zimmermann und hat bei der Renovierung der Scheune des Gutes Consbruch mitgearbeitet. Eine Aufnahme mongolischer Obertongesänge hat ihn vor sieben Jahren zu eigener Musik angeregt. Die vibrierenden Klänge hörte er auch im Geräusch seiner Maschinen. Schon zum dritten Mal begeisterte er am Wochenende mit der Gruppe „LaRynx“ (Kehlkopf)in der Kulturwerkstatt das Publikum. Mit ihm erzeugten Mike und Joss Turnbull (Percussion), Patrik von Bortkewitscg (Electronics) und Gisbert Schürig (Gitarre) spontan archaische, sphärische Klänge, die tief an die Empfindungen der Zuhörer rühren.


Neue Westfälische Herford, 01. Juli 2008

So wird Zeitung noch schöner: Jana mit ihrem „Aufm
So wird Zeitung noch schöner: Jana mit ihrem „Aufm

Geschöpftes aus Papier
Wie die Kulturwerkstatt von Schulen als Unterrichtsstätte genutzt wird

VON THOMAS DOHNA

Hiddenhausen. Julia nimmt einen Grashalm, legt ihn auf eine blaue, raue Fläche, wirft ein Tuch darüber und walzt mit einem Nudelholz darauf herum. Julia macht in der Kulturwerkstatt Hiddenhausen ein Schmuckblatt aus selbst geschöpftem Papier.

Julia geht in eine sechste Klasse der Ernst-Barlach-Realschule Herford. Sie und ihre Mitschüler sind einen Vormittag in der Kulturwerkstatt Hiddenhausen zu Gast, um die Technik des Papierschöpfens kennenzulernen.

Julia legt ihr Schmuckblatt auf Zeitungspapier. Das soll dem Blatt die Feuchtigkeit entziehen. Die Schülerin nimmt einen mit Drahtgaze bespannten Rahmen, taucht ihn in eine Schüssel mit aufgelösten Servietten und hebt den Rahmen wieder heraus, lässt das Wasser abtropfen und nimmt das neue Blatt Papier vom Rahmen herunter. Julia legt es auf Tücher, deckt ein anderes darüber und drückt mit dem Nudelholz das Wasser heraus. Das reicht aber nicht. Sie schlägt Tücher und Papier in ein Schaffell ein und presst das Ganze durch eine Wäschemangel. Das Papier ist fertig und muss nur noch trocknen.

„Ich besuche schon seit Jahren die Kulturwerkstatt mit meinen Schülerinnen und Schülern“, sagt die Lehrerin für Kunst und Textilgestaltung, Susanne Düsdieker. Die Kulturwerkstatt sei ein Ort mit einer besonderen Atmosphäre, der die Kinder anrege und ihre Kreativität fördere.

Die von Julia und ihren Mitschülern geschaffenen Papiere werden im Unterricht weiter verarbeitet, zu Schmuckkarten oder Leporellos zum Beispiel. „Der Vormittag ist der Auftakt zu einer neuen Unterrichtsreihe“, erläutert die Lehrerin.

Christine Bethge ist eine der Verantwortlichen für das Angebot. „Seit wir Geld von der Sparkassen-Stiftung bekommen haben, können wir die Kurse für die Schule preiswerter anbieten“, berichtet sie.

Seitdem sei die Zahl der Interessenten und der Klassen, die da waren, gestiegen. „Bisher waren sechs Klassen da“, sagt sie. In der Ideenwerkstatt werden Angebote wie Papierschöpfen und Filzen zusammengefasst und jeweils für eine Klassenhälfte angeboten. Nach der Hälfte der Zeit wird gewechselt. In der Holzwerkstatt werden Holzarbeiten und Filzen zusammen angeboten. „Es geht von der zweiten bis zur siebten Klasse“, sagt Bethge. Manche Schule, wie die Ernst-Barlach-Schule, nutzen das Angebot als Teil des Unterrichtes, andere als Klassenausflug. Julia hat inzwischen das frisch geschöpfte und gepresste Papier auf die Zeitungen gelegt. „Ja, das macht Spaß“, sagt sie mit leuchtenden Augen.

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Herforder Kreisanzeiger, Dienstag 01. Juli 2008

Echt cool:
Echt cool: Maurice steht an einer langen Arbeitsplatte mit einigen begonnenen Arbeiten. Die Kulturwerkstatt bietet eine kreative Atmosphäre zum Wohlfühlen. FOTOS: KIEL-STEINKAMP

Anleitung für Kinder

Bastelt begeistert: Julia zeigt ihr kleines Werk.
Bastelt begeistert: Julia zeigt ihr kleines Werk.

Papierschöpfen ist gar nicht so schwer, auch wenn man nicht im Kursus der Kulturwerkstatt war. Man braucht dafür nur einige Werkzeuge und dann kann’s losgehen. So geht’s:

´Du brauchst: 1 Papierschöpfrahmen, viele alte Zeitungen, große Schüsseln, 1 Handrührgerät, 1 Nudelholz, 1 Kochlöffel, 1 Wanne (in die ein Schöpfrahmen passt), 2 Filzplatten oder alte Wollstoffe, wasserdichte Unterlage, 1 Messbecher, Wasser.

´Reiße das Zeitungspapier in Stücke. Übergieße es mit heißem Wasser und lasse es über Nacht einweichen.

´Zerkleinere den Papierbrei portionsweise mit dem Handrührgerät. Gib heißes Wasser dazu, wenn die Masse zu fest ist.

´Fülle die Wanne zur Hälfte mit Wasser. Schütte etwas Papierbrei hinein. Je mehr Brei auf dem Wasser, um so dicker wird das Papier.

´Rühre kräftig mit dem Kochlöffel. Warte dann, bis der Brei sich an der Oberfläche absetzt.

´Tauche den Schöpfrahmen langsam in die Breimasse ein. Hebe ihn vorsichtig wieder an, halte den Rahmen dabei wie ein Tablett.

´Lasse das Wasser gut abtropfen. Streue Farb- oder Glitzerpulver, getrocknete Blumen, Schnipsel usw. darauf, wenn du möchtest.

´Ab jetzt solltest du nur noch mit einer Unterlage arbeiten. Lege die Filzmatte auf den Papierbrei im Schöpfrahmen.

´Wende Schöpfrahmen und Filzplatte zusammen um und lege sie auf einen Stapel Zeitungen. Der Papierbrei liegt jetzt auf der Filzmatte.

´Klopfe leicht auf den Rahmen, bis der Brei sich löst. Nimm dann den Rahmen ab.

´Lege eine zweite Filzplatte (oder alten Wollstoff) auf den Brei. Presse das Wasser mit der Nudelrolle aus dem Papier. Das nennt man Gautschen.

´Wringe den oberen Filz (oder Stoff) immer wieder aus. Gautsche, bis das Papier fast trocken ist und sich vom unteren Filz löst.

´Zum endgültigen Austrocknen kannst du das Papier auf die Heizung legen oder an die Leine hängen.

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Herforder Kreisanzeiger, Dienstag 01. Juli 2008

Alle Texte + Bilder zu diesem Bericht: NW

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Neue Westfälische Herford, 11. Juni 2008

Ideensammlung
Ideensammlung Bevor die Bilder gefilzt werden, haben Sena, Aylin, Ercan, Mirac undSelim die Tiere oder Lieblingshelden gemal tund gezeichnet. FOTO: RALF BITTNER

Zwischen Moschee und westfälischem Fachwerkhaus
Türkische Kinder aus Herford lernen in der Kulturwerkstatt Grundlagen des Filzens

VON RALF BITTNER

Herford/Hiddenhausen. Ein großer Teppich mit handgefilzten Motiven soll das Ergebnis eines Kunstkurses sein, den der Herforder Verein für soziale Arbeit und Beratung (VAB) und die Moschee anbieten. Nachdem die ersten acht Treffen in der Moschee stattfanden, zogen Teilnehmer und Kursleiterin Susanne König jetzt in die Hiddenhauser Kulturwerkstatt um.

„Der Kursus ist ein Baustein in der Zusammenarbeit des VAB mit der muslimischen Gemeinde im Quartier „Kleines Feld“, sagt Sozialarbeiter Stefan Wolf vom VAB. Nursel Palta und Selma Basuslu vom Frauenrat der Moschee ermöglichten die Durchführung mit ihrem Einsatz ebenso wie einige Sponsoren.

Neun türkische Kinder, größtenteils von der Grundschule Falkstraße, hatten sich auf das „Filzen“ eingelassen, eine alte Handwerkstechnik, die in der Türkei ebenso bekannt ist wie in Deutschland, und nur noch von wenigen Kunsthandwerkern ausgeübt wird.

Doch bevor die Bilder aus dem Kopf in Wollbilder umgesetzt werden können, müssen sie erst einmal gefunden und zu Papier gebracht werden. Die neunjährige Sena malte und zeichnete einen Schmetterling (Lieblingstier), ihre Familie (war mir wichtig ist) und eine türkische Landschaft mit vielen Häusern. Die kennt sie von ihren regelmäßigen Besuchen in den großen Ferien. Ercan dagegen findet seine Bilder eher im Fernsehen. Bei ihm tummeln sich Figuren aus der Serie „Yu Gi Oh!“, die „Transformers“ oder „Sponge Bob“, dazu viele Tiere und ein Regenbogen „wegen der schönen Farben“.

„Wir sind wegen der besseren Arbeitsbedingungen in die Kulturwerkstatt umgezogen“, sagte König. Es sei ganz gut gewesen, die ersten Treffen in der Moschee abzuhalten, wo es weniger Ablenkung gebe. Sena, Aylin, Ercan, Mirac, Selim haben zuvor noch nie ein Fachwerkhaus von innen gesehen, entsprechend viel gibt es zu entdecken. Selim haben es obendrein die Wäscheschleudern angetan, in denen Handtücher und Wollstoffe getrocknet werden. So ist am Ende des zweistündigen Treffens von seinem Lieblingstier – einem Löwen – nur der gelbe Kopf auf dem grünen Untergrund zu erkennen. „Hier können Kinder etwas für sie Neues lernen“, sagte Palta. „Ebenso sei es wichtig, dass die Kinder miteinander lernen“. Denen macht die Sache jedenfalls mehr Spaß als Schule, denn „Schule ist Pflicht, das hier ist freiwillig“.

„Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Umwelt ist ebenso wichtig für die Integration wie Sprachförderung oder Schulbildung“, sagt Wolf, der sich wünscht, solche Kooperationen in auch in Zukunft anbieten zu können.
Ideensammlung: Bevor die Bilder gefilzt werden, haben Sena, Aylin, Ercan, Mirac und Selim die Tiere oder Lieblingshelden gemalt und gezeichnet. FOTO: RALF BITTNER

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Herforder Kreisanzeiger, Mittwoch 11. Juni 2008


Neue Westfälische 7. Dezember 2007

Schnee ist mehr als Niederschlag
Sabine Eickel las in der Kulturwerkstatt Hiddenhausen Gedichte und Prosa zum Thema Schnee

VON MANFRED HÖRSTMANN

Hiddenhausen. „Die Kälte kann wahrlich brennen Wie Feuer. Die Menschenkinder Im Schneegestöber rennen Und laufen immer geschwinder.“ Sabine Eickel hätte am Mittwochabend kaum einen passenderen Einstieg in Ihre Lesung finden können, als dieses Gedicht „Winter“ von Heinrich Heine.

Die Mischung aus Lyrik und Prosa zum Thema „Schnee“ vermittelte zusammen mit der anheimelnden Kerzenbeleuchtung ein Gefühl, als befinde man auf einer Skihütte im Tiefschnee. Nur ein knackender Kamin fehlte noch. Joscha Eickel entführte mit seinem gekonnten Akkordeonspiel allerdings gelegentlich in mediterranere Gefilde.

Sabine Eickel gab auch eine Wikipedia-Definition zum Besten, die erklären sollte, was Schnee überhaupt ist. Aber den Zuhörerinnen und Zuhörern war bald klar, dass Schnee viel mehr sein kann, als Niederschlag aus feinen Eiskristallen.

Spätestens Anita Shreves Roman „Stille über dem Schnee“ machte klar, wie bedrohlich eine eingeschneite Landschaft wirken kann. Da kam Morgensterns „Der Seufzer“ – mit „dramatischer“ Akkordeonmusik unterlegt – gerade richtig, um aufkommende Beklemmungen zu lösen: „Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis /und träumte von Liebe und Freude./ Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß / glänzten die Stadtwallgebäude. Der Seufzer dacht an ein Maidelein / und blieb erglühend stehen. /Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein – / und er sank – und ward nimmer gesehen. „

Natürlich darf in einer Schnee-Lesung auch Peter Hoegs Roman über die Titelheldin Smilla, die mit einem unglaublichen Gespür für eben diesen Niederschlag aus feinen Eiskristallen ausgestattet ist. Die eindringliche Beschreibung von Eis und Schnee in Grönland ließ über den deutschen Winter eher schmunzeln.

„In den Schnee sollte man nicht schreiben...“

Sabine Eickel mahnte mit Arno Schmidt: „Auf die Sterne soll man nicht mit Fingern zeigen; in den Schnee nicht schreiben, beim Donner die Erde berühren“ und zitierte Albert Camus: „ . . .erst als alles in Schnee eingehüllt war, entdeckte ich, dass die Türen und Fenster blau waren.“

Mit dem Gedicht „Winterlandschaft in Angeln“ aus dem Gedichtband „Heimat, Neue Gedichte 2006“ von Wolf Biermann und zwei Zugaben von Sohn Joscha ging die Lesung zu Ende.

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Herforder Kreisanzeiger, Freitag 07. Dezember 2007

Neue Westfälische, 6. November 2007

Warten aufs Räuchermännchen
Ein Kinder-Vormittag in der Kulturwerkstatt Hiddenhausen

VON THOMAS DOHNA

Hiddenhausen. Es gibt nichts ruhigeres als zehn Kinder, die Räuchermännchen aus Ton basteln. Das ist der erste Eindruck, wenn man in die Kulturwerkstatt kommt. Im Bastelraum sitzen sie um einen großen Holztisch, vor sich kleine Bretter auf denen sie aus Ton ihre Figuren Formen. In der Kulturwerkstatt wird für die Adventszeit gebastelt.

Julia hat gerade die Flügel an ihrem Engel angebracht. Sie sind ihr noch nicht rund genug. Paulines Engel fehlen noch die Flügel. Sie schneidet mit Hilfe eines Drahtes ein Stück Ton von einem Block ab und rollt es aus. Janelles Engel ist schon ganz fertig und lächelt vor sich hin.

„Du musst den Kopf noch aufkringeln“, sagt Annette Mechtenberg. Die Sozialpädagogin leitet den Bastelkursus. Irgendwann während ihrer Berufstätigkeit ist sie in den handwerklich-künstlerischen Bereich gerutscht und bietet in der Kulturwerkstatt auch Holzbastelkurse für Kinder an. Kira-Celine nimmt einen dünnen Holzstab und dreht mit der Spitze viele kleine Kreise in den Kopf ihres Engels. „Dann halten die Sterne besser“, sagt Mechtenberg.

Gegen 12 Uhr kommen die ersten Mütter, um ihre Kinder abzuholen. „Ich habe den Kindern gesagt, dass beim Brennen die Figuren auch kaputt gehen können“, sagt Mechtenberg. Das geschieht dann, wenn trotz aller Vorsicht Luft eingeschlossen ist. Die würde sich während des 1.000 Grad heißen Brennens stark ausdehnen und den Ton auseinander drücken.

Die Kinder werden einige Wochen auf ihre Räuchermännchen warten müssen. Mechtenberg sammelt die Erzeugnisse verschiedener Veranstaltungen in der Kulturwerkstatt, um sie dann gemeinsam in den Ofen zu stellen. In der Adventszeit können sie abgeholt werden.

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Herforder Kreisanzeiger, Dienstag 06. November 2007


Hämmern, Sägen, Bohren

Neue Westfälische, 5. Juni 2007

Mit Schwung
Mit Schwung Mit Schwung: Christoph Berger hilft seinem Sohn Julius dabei, das selbstgebaute Schwirrholz surren zu lassen.

Hämmern, Sägen, Bohren
Beim Tag der offenen Tür in der Kulturwerkstatt gab es vieles auszuprobieren

VON RALF BITTNER

Hiddenhausen. Fingerfertigkeit ist gefragt, um die selbst gebauten Schwirrhölzer zum Klingen zu bringen. Dazu müssen zwei Fäden, die durch zwei Löcher einer Holzscheibe gezogen wurden, aufgezwirbelt und mit Schwung auseinander gezogen werden. Über den entstehenden Ton staunten am Sonntag in der Kulturwerkstatt zahlreiche Besucher.

Hanno Schmitz-Emde, Leiter der Holzwerkstatt, erklärte den kleinen Handwerkern, wie so ein Schwirrholz gebaut wird. Geschick ist nicht nur beim Surrenlassen gefragt, sondern schon vorher beim Gebrauch von Säge und Handbohrer. Das war eines der Mitmachangebote in der Kulturwerkstatt an der Maschstraße 26.

Gleich nebenan entstanden unter Anleitung von Susanne König kleine Mosaike. Einen Tisch weiter konnten die kleinen Kunsthandwerker ihre Namen in kleine Metallplatten stempeln. Die gelernte Goldschmiedin Dorothea Jürgenliemke hat inzwischen ihren Beruf zum Hobby gemacht und gibt ihr Wissen im Rahmen von Gold- oder Silberschmiedekursen an Interessenten weiter.

Während es den Kindern vor allem ums Ausprobieren ging, nutzten die Erwachsenen die Gelegenheit, die Kursleiter und ihr Angebot kennenzulernen. Seife selber machen? Nicolai Jonas weiß, wie es geht. Ingrid Pessler bezieht in ihren Kursen Schachteln in Buchbindertradition. Dreamboxes nennt sie die. Auf einem gesonderten Tisch wurden Kreationen aus den verschiedenen Kursen verkauft und gaben so einen Eindruck über das breit gefächerte Angebot der Kulturwerkstatt, das im Internet auf www.kuwehi zu finden ist.

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Herforder Kreisanzeiger, Dienstag 05. Juni 2007